Reimbursement Institute

Digital Health Champions: Transparenz in der stationären Rückvergütung

Nicole Eisenmenger versucht Transparenz in den Bereich der stationären Rückvergütung von Arzneimitteln und Medizinprodukten zu bringen. Anstatt in einem Unternehmen zu arbeiten, mit dessen Philosophie Sie nicht übereinstimmt, unterstützt Sie mit dem Reimbursement Institute nun Unternehmen bei der Bewältigung der komplexen Prozessabläufe.

Können Sie sich kurz selbst vorstellen? Wer sind Sie und was machen Sie?

Mein Name ist Nicole Eisenmenger und ich bin Gründerin sowie Geschäftsführerin des Reimbursement Institutes in Köln.

Das Reimbursement Institute ist ein unabhängiges, eigenfinanziertes Unternehmen und versteht sich als Partner im Bereich der stationären Rückvergütung innovativer sowie bereits etablierter Arzneimittel und Medizinprodukte.

Was war Ihre Motivation das „Reimbursement Institute“ zu gründen?

Ich habe lange in der Industrie für Hersteller medizinischer Produkte gearbeitet und durch meine gesammelten Erfahrungen gemerkt, dass das Thema Rückvergütung ein sehr wichtiges, aber noch recht unbeachtetes und vor allem undurchsichtiges Gebiet ist.

Insbesondere durch die vielen verschiedenen Institutionen und Ansprechpartner, die an den Prozessen der Rückvergütung teilhaben, kam mir die Idee, ein Unternehmen und eine dazugehörende Onlineplattform zu gründen, die zu einem Treffpunkt für Industrie und Leistungserbringer werden sollte. Das Schaffen von Transparenz, die ehrliche Beratung von Unternehmen sowie die Bereitstellung von online verfügbaren Daten zur Analyse des G-DRG Systems waren und sind für mich die wesentlichen Aspekte, mit denen sich das Unternehmen identifiziert.

Was war ihre bisher größte berufliche Herausforderung ?

Die Entscheidung zu treffen, ein sicheres Arbeitsverhältnis aufzugeben und mich in die Selbstständigkeit zu begeben ohne zu wissen, wohin die Reise letztendlich geht.

Sprung in die Selbstständigkeit

Der Sprung in die Selbstständigkeit als Herausforderung.

Was war ihr bisher größter beruflicher Erfolg?

Definitiv die Gründung des Reimbursement Institutes.

Was motiviert Sie ihr Unternehmen kontinuierlich weiter nach vorne zu bringen?

Es macht mir Freude, jeden Tag sehen zu können, welche Erfolge wir mit unserer Arbeit erzielen, welches positive Feedback wir dazu erhalten und mit welchem Elan auch meine Mitarbeiter am Vorwärtskommen unseres Unternehmens arbeiten.

Letztendlich ist ein eigenes Unternehmen wie ein Kind, dass man großzieht und bei allen wichtigen Schritten im Leben begleitet sowie unterstützt. Es macht mich stolz zu sehen, was wir bereits geschafft haben und es treibt mich gleichzeitig an, viel Energie in die Zukunft des Reimbursement Institutes zu investieren.

Welche Meilensteine stehen in nächster Zukunft für Ihr Unternehmen an?

Natürlich wollen wir unsere Onlineplattform und das Unternehmen weiter ausbauen, um weitere nützliche Features und Beratungsdiensleistungen anbieten zu können.

Was sind Ihre 3 Schlüsselerfahrungen aus dem Gründungsprozess? Was können Sie zukünftigen Gründern mit auf den Weg geben?

  • Zunächst braucht man den Mut, überhaupt die Entscheidung zu treffen, ein Unternehmen zu gründen und diese Entscheidung dann auch umzusetzen.
  • Weiterhin ist es wichtig, von Beginn an Organisationsstrukturen zu schaffen, um einen optimalen Workflow zu schaffen bzw. etwaige Lücken in den Arbeitsprozessen zu beseitigen.
  • Zu guter Letzt ist Netzwerken das A und O, denn nur durch gute Kontakte und den Austausch mit potentiellen Nutzern kann man ein Unternehmen auf die Bedürfnisse seiner Kunden ausrichten.

Mut, eine klare Organisationsstruktur und ein gutes Netzwerk als Erfolgsfaktoren für die Gründung

Welche Entwicklung im Bereich Digitale Gesundheit schätzen Sie als am bemerkenswertesten oder relevantesten ein?

Ich empfinde die bisherige Entwicklung des Bereichs Digitalisierung im Gesundheitswesen insgesamt bemerkenswert und glaube, dass wir hier in Deutschland noch ganz am Anfang eines langen Prozesses mit vielen Innovationen stehen.

Die Digitalisierung bringt ein hohes Nutzenpotenzial in allen Bereichen der Gesundheit mit sich und dieses gilt ausgeschöpft zu werden. Dies ist jedoch nur dann möglich, wenn die dafür notwendigen Rahmenbedingungen vorhanden sind.

Welche wegweisenden Produkte oder Dienstleistungen sind Ihrer Meinung nach in nächster Zeit zu erwarten?

Vor allem in der ambulanten und stationären Patientenversorgung wird es einige wegweisende neue Möglichkeiten geben. Aber ich denke auch die Arzt-Patienten-Beziehung wird sich maßgeblich verändern. Digitalisierung oder digitale Produkte/Leistungen werden in Zukunft aus dem Gesundheitswesen nicht mehr wegzudenken sein.

Was ist Ihrer Meinung nach die größte Herausforderung im Bereich Digitale Gesundheit?

Meines Erachtens birgt der Bereich Digitale Gesundheit zwei miteinander einhergehende Herausforderungen.

Auf der einen Seite ist es das Verständnis und der Wille der Menschen, sich auf diesen Bereich einzulassen, umzudenken und den Nutzen der Digitalisierung zu sehen.

Auf der anderen Seite und direkt mit der ersten Herausforderung verbunden, ist die Klarstellung, was z.B. mit digital generierten Daten passiert. Es sollte nicht das Ziel sein, einen gläsernen Patienten zu schaffen, sondern durch eine engere und leichter zugängliche Vernetzung (bspw. durch Apps) die Gesundung der Patienten zu forcieren.

Nachvollziehbarkeit von Daten

Ein gläserner Patient sollte nicht das Ziel sein

Welchen Rat würden Sie Absolventen geben, die Teil des Digitalen Gesundheitswesens oder eines Digitalen Gesundheits-Startups werden möchten?

Man sollte sich genau überlegen, was das Problem ist, das ich mit meiner Idee lösen möchte. Welches Ziel verfolge ich und wie setze ich das am besten um?

Nur wer konkret das Problem und die Lösung formulieren kann, verliert das Ziel nicht aus den Augen und kann sich jeden Tag aufs Neue zum Erreichen dieses Ziels motivieren.

Welche drei Eigenschaften sollte ein idealer Kandidat haben?

Aus der eigenen Erfahrung kann ich sagen:

  • Mut,
  • Durchhaltevermögen und
  • der Glaube an das eigene Produkt

Aber ich finde, dies sind Eigenschaften, die wesentlich sind für alle Bereiche, in denen man tätig ist, unabhängig von dem Bereich der Digitalisierung.

Frau Eisenmenger, vielen Dank für das Gespräch!

Nicole Eisenmenger

Nicole Eisenmenger, Gründerin und Geschäftsführerin des Reimbursement Institutes in Köln

Nicole Eisenmenger ist Gründerin des Reimbursement Institutes und arbeitet seit nunmehr 22 Jahren im medizinischen Sektor. Hinzu kam ein Studium zur Betriebswirtin im Gesundheitswesen und ein Wechsel in die Medizintechnikindustrie.

Die Sicht der Krankenhäuser gepaart mit den Erfahrungen aus der Industrie zeigten ihr die bestehenden Defizite und Intransparenz dieses Systems auf. Mit ihrem Institut für stationäres Reimbursement bricht sie die Intransparenz und verbindet erstmals Krankenhäuser und Industrie gezielt und gut verständlich miteinander.

Kontakt

Reimbursement Institute
Geschäftsführung: Nicole Eisenmenger
Rhöndorfer Straße 9, 50939 Köln

Tel.:     +49 221 643 077 17
Fax:     +49 221 677 804 29
Email: [email protected]

Xing | LinkedIn | Google+
Homepage des Reimbursement Institute | Onlineplattform, inkl. Glossar


Auf der Suche nach weiteren Interviews mit Akteuren der digitalen Gesundheitsbranche oder Expertenbeiträgen?

Keinen neuen Beitrag mehr verpassen: abonnieren Sie unseren Newsletter oder folgen Sie uns bei Facebook oder Twitter.

Theresa Kern

Theresa Kern

Theresa ist Master-Studentin und Teil des beta|career-Teams 2017.

Sie ist zuständig für die Entwicklung der Digital Health Plattformen und gelegentlich für die Koordination der Teamausflüge. Ihre Freizeit verbingt sie am liebsten auf dem Pferderücken.
Theresa Kern