Jan Schumann

Campus Pioniere: Wie ein Schüler das Krankenzimmer revolutionieren will

Vor Kurzem haben wir einen besonders jungen „Campus“ Pionier getroffen – der erst in ein paar Jahren auf einem Campus zu treffen ist. Jan Schumann, seines Zeichens noch Schüler, hat aber schon jetzt die Vision das Krankenzimmer zu revolutionieren. Wir haben ihm beim Innovation Day in Essen und auf der conhIT 2017 in Berlin getroffen.

Bitte stell dich kurz vor. Wer bist du und was machst du?

Ich bin Jan Schumann, momentan 17 Jahre alt und gehe noch zur Schule. Nebenbei beschäftige ich mich mit dem Thema Digital Health und wie man mit verschiedenster Technik einen gesundheitsbezogenen Anwendernutzen erzeugen kann.

Wie kamst du auf die Idee das Krankenzimmer revolutionieren zu wollen? Was war Deine Motivation selbst aktiv zu werden?

(lacht) Das werde ich oft gefragt. Das fing an, als ich das Spektrum der heutigen Technik ein bisschen erkundet habe und dabei feststellte, dass diese meist nur als Spielerei eingesetzt wird.

Ich bin dann auf die Suche gegangen einen sinnvolleren Verwendungszweck zu finden und bin beim Krankenhaus gelandet. Dabei habe ich mich zuerst gefragt, ob es meine Idee nicht schon gibt. Was mich erstaunt hat ist, dass es sie tatsächlich noch nicht gab. Also setzte ich mir das Ziel, meine Gedanken umzusetzen und somit war ich ein angehender Entrepreneur!

Wie bist du bisher vorgegangen, um dein Ziel zu verfolgen?

Zuerst habe ich mich ein Jahr lang an den Schreibtisch gesetzt und überlegt, welche Anforderungen ich an das Krankenzimmer als solches habe und wie ich diese Anforderungen mit meiner Technik bedienen kann.

Als ich dann eine genaue Vorstellung von meinem Produkt hatte, machte ich mir mehr Gedanken über die Umsetzung. Ich habe mir ein fünfköpfiges Team aufgebaut und intensiv Networking betrieben. Dazu gehörten auch haufenweise Nachtschichten und ein freies Wochenende gab es selten. Dafür hat es unglaublich Spaß gemacht – und das tut es immer noch!

Mittlerweile bin ich auf verschiedenen Veranstaltungen als Redner zu sehen. Darauf bin ich besonders Stolz.

Jan Schumann auf der conhIT 2017

Jan Schuman (2.vl.) beim Workshop „Startup und dann?“ auf der conhIT 2017

Was war die bisher größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung war denke ich erst mal wirklich anzufangen. Den Schritt zu wagen die ersten Leute anzusprechen. Als 15-Jähriger ist das gar nicht so einfach. Doch mittlerweile fällt mir das immer leichter.

Nun ist die Zeit die größte Herausforderung, wenn man auf Lieferungen warten muss etc.

Welche nächsten Schritte sind zurzeit geplant?

Erstmal steht im Fokus, den Prototypen zum laufen zu bekommen. Daran arbeite ich mit meinem dreiköpfigen Entwicklerteam unter Hochdruck. Wenn der steht, werden die nächsten Krankenhäuser für eine große Testphase kontaktiert. Außerdem rückt dann die Frage nach der Finanzierung immer näher.

Welche Entwicklung im Bereich Digitale Gesundheit schätzt du am bemerkenswertesten oder relevantesten ein?

Ich persönlich finde die künstliche Intelligenz am spannendsten. Damit lassen sich so viele nützliche Dinge anstellen. Vor allem, um dem Patienten eine genau für ihn angepasste Therapie auch Zuhause zu ermöglichen. Ob über eine App oder einen Roboter oder was auch immer – ich finde KI bietet ein enormes Potential im Gesundheitswesen.

Was empfindest du als größte Herausforderung im Bereich Digitale Gesundheit?

Die größte Herausforderung ist meiner Meinung nach die vorhandenen Berufe nicht zu ersetzen. Digitale Gesundheit hat das Ziel die medizinischen Berufe zu unterstützen und dem Patienten mehr Transparenz und Effizienz an die Hand zu geben. Schließlich steht er ja im Mittelpunkt.

Jedoch sollen die Akteure um ihn herum nicht durch Computer ersetzt werden. Sie sollen so lediglich unterstützt werden. Denn ein Computer wird nie die menschliche Empathie widerspiegeln können, die die ärztliche Behandlung teilweise ausmacht.

Pflegeroboter sieht Jan Schumann kritisch.

Pflegeroboter gehen Jan Schumann zu weit. Ziel solle es eher sein Patienten mehr Transparenz und Effizienz an die Hand zu geben.

Wie wird Digitale Gesundheit das Leben und die Gesellschaft in 5‚ 10 und 25 Jahren verändern?

Das ist eine gute Frage. Ich denke, dass die Digitale Gesundheit uns Menschen effizienter machen wird. Wir werden nicht mehr stundenlang im Wartezimmer sitzen, um letztendlich zu erfahren, dass wir doch keine Krankheit haben. In dieser Hinsicht wird uns die Digitale Gesundheit effizienter machen.

Nur denke ich auch, dass manche Entwicklungen zu weit gehen. Pflegeroboter zum Beispiel. So etwas finde ich sogar fast schon gruselig, da die Pflege meiner Meinung nach auf dem zwischenmenschlichen Kontakt beruht. Und da sollten Roboter und Computer nur im Hintergrund tätig werden.

Als vorerst letzte Frage: Welche Erkenntnisse hast du auf deinem bisherigen Weg bereits gewinnen können?

Um ein Startup in der Gesundheitsbranche zu gründen bedarf es viel Durchhaltevermögen.

Das merke ich immer wieder an den meist sehr langsamen Prozessen in diesem Bereich. Um das Ganze ein bisschen zu beschleunigen, braucht man unbedingt ein starkes Netzwerk. Talentierte und engagierte Menschen die gerne neue Ideen denken und neue Projekte unterstützen. Ich hatte auf meinem bisherigen Weg das große Glück ganz viele dieser Menschen begegnet zu sein. Darin stecken jedoch auch 4 Jahre Netzwerkarbeit. Doch die zahlt sich jeden Tag aus!

Mein größter Tipp lautet also: Nehmt euch Zeit Kontakte zu pflegen und ein starkes Netzwerk aufzubauen. Das erleichtert den Weg nach oben extrem.

Zur Person:

Jan Schumann will das Krankenzimmer revolutionierenJan Schumann ist ein Schüler mit großen Ideen.

Nachdem er zunächst eine Werbeagentur gründen wollte, ist er auf den Bereich der Digitalen Gesundheit gestoßen. Mit 16 Jahren hat er die Idee entwickelt das Krankenhaus revolutionieren zu wollen. Er hat sich gezielt auf die Suche nach Problemen begeben und erkannt, an welcher Stelle man sinnvoll ansetzen kann, um den Krankenhausalltag zu verbessern.

Seine Vision vom Krankenzimmer der Zukunft verfolgt er seitdem zielstrebig mit der Hilfe verschiedener Partner.

Kontakt:

Jan Schumann
E-Mail: [email protected]
Web: Homepage
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In der Serie Campus-Pioniere geben Studierende und Absolventen Einblicke in ihre Projekte und Erfahrungen im Bereich der digitalen Gesundheit. Jan Schumann war nach dem Team von Padisono unser zweiter Gesprächspartner. Weitere Beiträge folgen in Kürze.

Auf der Suche nach weiteren Interviews mit Akteuren der Gesundheitsbranche? In der Reihe Digital Health Champions sprechen wir mit Gründern und CEOs etablierter Unternehmen aus dem Bereich der digitalen Gesundheit.

Auch Branchenspezialisten kommen bei uns zu Wort! In Expertenbeiträgen werden verschiedenste Aspekte des digitalen Gesundheitssystems in Deutschland beleuchet.


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Theresa Kern

Theresa Kern

Theresa ist Master-Studentin und Teil des beta|career-Teams 2017.

Sie ist zuständig für die Entwicklung der Digital Health Plattformen und gelegentlich für die Koordination der Teamausflüge. Ihre Freizeit verbingt sie am liebsten auf dem Pferderücken.
Theresa Kern